Startseite / Medien / Communiqués / 2007 / So nicht, Herr Couchepin!

So nicht, Herr Couchepin!

„Ich kann eigentlich garantieren, dass die Prämien 2008 nur um rund 2% aufschlagen und im Jahr darauf ebenfalls – ausser das Volk nimmt aus Verrücktheit die Initiative für eine soziale Krankenkasse an“. Da musste man schon zwei Mal lesen, bevor man glaubte, was Bundesrat Couchepin gestern in zwei Westschweizer Zeitungen sagte. Ob dieser Aussagen reiben sich viele erstaunt die Augen. Etwa santésuisse und die Helsana.

„Ich kann eigentlich garantieren, dass die Prämien 2008 nur um rund 2% aufschlagen und im Jahr darauf ebenfalls – ausser das Volk nimmt aus Verrücktheit die Initiative für eine soziale Krankenkasse an“. Da musste man schon zwei Mal lesen, bevor man glaubte, was Bundesrat Couchepin gestern in zwei Westschweizer Zeitungen sagte. Ob dieser Aussagen reiben sich viele erstaunt die Augen. Etwa santésuisse und die Helsana.„Pure Spekulation und nicht seriös“ – so der an Deutlichkeit kaum zu überbietende Kommentar der Helsana zu Couchepins nebulösen Ankündigungen. Und santésuisse, sonst wahrlich nicht zurückhaltend im aktuellen Abstimmungskampf, wenn es um einseitige Interpretationen und die Verwendung von Prämiengeldern für ihre Kampagneninteressen geht, bestätigt lediglich, dass die Prämien für das Jahr 2008 begrenzt sein werden (Aha!) und dass man über die Prämien 2009 eigentlich noch nichts sagen könne.

Kurz: Couchepins Ankündigungen sind nichts als billiger Abstimmungskampf. Und das auf bedenklich tiefem Niveau. Leere Versprechen sind ja schon sehr fragwürdig. Dass aber ein Bundesrat die Annahme einer Volksinitiative als „Dummheit“ bezeichnet, ist ein Novum und eines Bundesrates schlicht unwürdig. Das nagt an der Glaubwürdigkeit.

Vor allem zeigen die Aussagen aber die Nervosität von Bundesrat Couchepin. Diese ist nachvollziehbar. Immer wieder belegen Umfragen, dass die Bevölkerung mit dem heutigen Gesundheitssystem unzufrieden und dass die Höhe der Krankenkassenprämien immer noch ihre Hauptsorge ist. Und genau dort setzt die Initiative an.

Die Initiative stellt zwei ganz einfache Fragen: Ist es gerecht, dass Bundesrat Couchepin gleich viel Krankenkassenprämien wie seine Sekretärin zahlt, obschon sein Einkommen ein Vielfaches ihres Einkommens beträgt? Und ist es sinnvoll, dass es einen Wettbewerb von 87 Krankenkassen gibt, die sich mit Millionen-Werbebudget um gesunde, junge Männer streiten? Wer diese beiden Fragen mit Nein beantwortet, muss Ja zur Initiative für eine soziale Krankenkasse sagen. Couchepin-Versprechen (oder Versprecher?) hin oder her.

Wollen Sie die für Handys optimierte Version der Website ansehen?